Pornografie - Pornographie

Ex-Pornoproduzent Donny Pauling - ''Was mich die Pornographie gekostet hat''

Ich möchte darauf eingehen, was mich ganz persönlich die Pornographie gekostet hat, sowie dazu offen und vorbehaltlos Stellung nehmen.

 

Beginnen werde ich mit meiner Vergangenheit, weil ich nur so ein genaues Bild darüber zeichnen kann, wie teuer mich die Wahl meines Lebensstils zu stehen gekommen ist.

 

Wie die meisten Männer, so hatte auch ich mich für Pornographie interessiert. Ich bevorzugte Solo Modells, wobei mich Hardcore Sex Material relativ wenig interessierte. Ich mochte einfach keine Männer neben den Frauen, die meine Fantasie beflügelten.

 

Mein erstes Magazin mit entsprechenden Inhalt, war ein im Park liegengelassenes Heft, wo ich mit meinem Freund gerade spielte. Ich war zu dieser Zeit in der Grundschule. Die Bilder zogen mich in ihren Bann und ich kann mich noch heute an die kitschigen Sätze erinnern, die unter meinen Lieblingsmotiven geschrieben standen.

 

Ich erinnere mich ausserdem, dass wir manchmal Zeitschriften in einem Spirituosenladen in der Nähe unsere Wohnung kauften. Ich war damals in der 10. Klasse und obwohl der Verkäufer hätte wissen müssen, dass ich noch nicht 18 war, verkaufte er mir dennoch die Magazine.

 

Mein Interesse an Pornographie war zu dieser Zeit dennoch eher wechselhaft und beherrschte noch nicht mein Leben.

 

Noch nicht!

 

Was mich dann wirklich in den ''fasziniert'' hat, war als mir jemand Fotos von einer Person zeigte, die ich persönlich kannte. Der Fotograph war der Ehemann der auf den Fotos abgebildeten Frau und hatte mit Sicherheit keinen bösen Absichten. Er war einfach stolz auf seine Frau. Was jedoch dadurch mit mir geschah ist beinahe nicht zu beschreiben. Nicht nur, dass quasi ein Schalter in mir umgelegt wurde, weil ich eine Person so freizügig sah, die ich auch selbst persönlich kannte, ich begann auch darüber nachzudenken mit meiner eigenen Kamera Modells abzulichten, die sich dafür zur Verfügung stellen würden. Ich habe vor dieser Begebenheit niemals in Erwägung gezogen selbst derartige Aufnahmen von Frauen zu machen, aber jetzt war es etwas, was ich auf jeden Fall tun wollte.

 

Ich begann zunächst mir bekannte Frauen zu fotografieren und fand schnell Personen und Unternehmen, die bereit waren für die Fotos zu zahlen. Als ich einmal eine Schulfreundin in unserem eigenen Haus fotografierte, während Wendy zur Arbeit war, sandte ich um anzugeben einpaar Fotos an einen Bekannten. Dieser mailte einige der Fotos wieder zurück an Wendy, was beinahe in eine Scheidung mündete. Wendy glaubte mir nicht, als ich ihr sagte, dass ich mit dieser Frau nicht geschlafen habe. Sie glaubte mir auch nicht, dass ich für das Fotografieren Geld bekam und selbst, wenn sie Letzteres geglaubt hätte, ihr Gefühle wären dadurch nicht weniger verletzt worden.

 

Wir kamen durch diese Krise, so gut es nur irgendwie ging und Wendy ging natürlich davon aus, dass ich so etwas nicht wieder tun würde.

 

Ich wollte sie einerseits natürlich nicht verletzen, aber andererseits wollte ich auch nicht auf diesen Kick verzichten Frauen zu fotografieren und damit auch noch Geld zu verdienen. Ich beschloss daher, dass ich einfach noch intensiver als vorher mein Tun und meine Arbeit verbergen musste.

Und um ehrlich zu sein, zu diesem Zeitpunkt war das Geld wirklich nicht der Hauptmotivationsgrund für all das, was ich tat. Ich war besessen von dem Kick Frauen für mich vor der Kamera zu haben. Ich war süchtig danach Pornographie zu produzieren.

 

Später lies dieser Kitzel langsam nach und ich verspürte das Verlangen größere Sachen zu machen, jetzt auch getrieben von dem Wunsch nach Geld.

 

Als ich einmal vergaß Fotos von der Speicherkarte meiner Digitalkamera zu entfernen, wurde ich erneut ertappt. Ich hatte an diesem Tag bereits einpaar Testfotos von einem Modell gemacht, welche ich zu einem Kunden senden wollte, um sie von ihm auf ihre Tauglichkeit begutachten zu lassen. Als Wendy die Fotos fand, erzählte ich ihr, dass mein Freund John die Bilder im Internet gefunden hat und sie dann für mich auf meiner Karte hinterlegt, so das ich später einen Blick darauf werfen könnte. Es folgten einige kritische Tage, aber wir beide blieben dennoch zusammen.

 

Auch weiterhin fotografierte ich heimlich Frauen hinter Wendy's Rücken.

 

Dann kam der Tag, als ich mit einer dieser Frauen nach einem Fotoshooting schlief. Ich hasste mich dafür, beschloss jedoch trotz allem auch weiterhin meine Aktivitäten zu vertuschen. Aber ich schwor mir selbst, dass, wenn solch ein Vorfall ein weiteres Mal geschehen würde alles offenzulegen und aufzuhören.

 

Auch während Wendy schwanger war fotografierte ich weiter. Man könnte meinen, dass jetzt, wo ein Kind unterwegs war noch ein Rest von Anstand in mir verblieben sein müsste um aufzuhören. Aber das tat ich nicht. Stattdessen gratulierte ich mir noch zu meiner professionellen Einstellung nicht mit weiteren von mir abgelichteten Frauen geschlafen zu haben.

 

Als mein Sohn Caden zur Welt gekommen war startete ich meine erste Porno Seite im Internet.

 

Auf einer Geschäftsreise nach Los Angeles erhielt ich von einem Modell, mit dem ich einpaar Wochen vorher zusammen arbeitete einen Anruf. Sie war ebenfalls gerade in Los Angeles unterwegs und suchte eine Mitfahrgelegenheit zurück nach Hause. Auf der Heimreise verbrachten wir die Nacht gemeinsam in einem Hotel.

 

Wenige Wochen später löste ich das Versprechen ein, dass ich mir einst selbst gab. Ich erzählte Wendy die Wahrheit über all das, was ich tat, während ich auf einer Geschäftsreise nach Phoenix unterwegs war.

 

Das war es dann gewesen. Ich verbrachte nie mehr eine Nacht in dem Heim, dass wir uns gemeinsam geschaffen haben.

 

Was mich ganz persönlich dieses Leben mir der Pornographie gekostet hat?

 

Meine Selbstachtung? Sicherlich.

 

Eine großartige Ehefrau? Absolut.

 

Was noch? Ich werde noch einpaar weitere Punkte aufzählen, die mir einfallen, jedoch gibt es da noch vieles mehr, was ich jetzt noch gar nicht richtig erfassen kann.

 

Diese Leben hat mich meinen Sohn gekostet, die wichtigste Person auf dieser Welt für mich.

Es kostete ihm die Chance seine Mutter und seinen Vater gemeinsam daheim anzutreffen, wenn er von der Schule nach Hause kommt. Es kostete meinem Sohn die Chance eine Gemeinschaft und Beziehung seiner Eltern zu erfahren, wie sie es eigentlich sein sollte. Zu erfahren, wie ein Mann seine Frau lieben sollte. Zu erfahren, wie zwei Menschen einander lieben und Kompromisse eingehen, indem sie sich aufeinander zubewegen. Ich habe nicht die Möglichkeit Caden in dem Maß bei seinen Hausaufgaben zu helfen, wie ich es eigentlich tun möchte, weil ich für gewöhnlich nicht da bin, wenn er von der Schule nach Hause kommt. Meine Entscheidung hat diese Möglichkeit verhindert.

 

Es kostete Wendy größe persönliche Qualen. Einst hatte sie einen Ehemann, den sie liebte. Von einen Tag auf den Anderen lebte sie allein mit ihrem kleinen Sohn in dem Haus, in dem wir einmal zusammen wohnten und in dem sie jetzt auf sich allein gestellt ihre Firma führen musste. Es ist für mich unvorstellbar, wie sehr sie das zerbrochen haben muss, wieviel Leid und Tränen sie all das gekostet hat.

 

Nur wenige Monate später, begann meine Beziehung zu Belinda und ich war nun ein Mann, der seine plötzlich gewonne Freiheit beim Produzieren von Pornographie ungezwungen ausleben konnte. Es ist unvorstellbar, wie schrecklich es für eine unschuldige Mutter gewesen sein muss, mich gemeinsam mit unserem kleinen Sohn wegfahren zu sehen, mit einer anderen Frau neben mir auf dem Beifahrersitz.

 

Sie gestand mir einmal, dass sie nach unserer Trennung 2 Jahre lang nicht in der Lage war einen romantischen Film anzusehen.

 

Die einzige Möglichkeit für mich, um mit diesen Dingen umzugehen, ist zu begreifen, dass dem erbärmlichen Mann, der all das getan hat vergeben wurde und er zugleich die Chance erhalten hat ganz neu zu beginnen.

 

Wendy war nicht die einzige Person, die ich mit meinem Tun in Mitleidenschaft gezogen habe. Ihre ganze Familie hat mit ihr gelitten. Ihre ganze Familie ist aus der Bahn geworfen worden und hat nicht verstanden, wie so etwas jemanden passieren kann, der es definitiv nicht verdient hat.

 

Wendy's kleiner Bruder, zu dem ich schon als er noch ein Baby war eine innige Beziehung hatte, verlor innerhalb kürzester Zeit einen lieb gewonnen Onkel.

 

Durch all die Dinge, die ich tat wurde das Leben von Menschen aus meiner Familie und das von Freunden negativ beeinflusst. Durch mein Tun habe ich Menschen mehr verletzt, als ich mir vorstellen kann und ich es je begreifen werde.

 

Wenn ich meinen Finger in eine Steckdose, oder Lampenfassung stecken würde, wäre der Stromschlag, den ich bekäme keine Bestrafung, sondern ein Resultat meines freien Willens etwas Dummes zu tun. Ganz einfach ein Fall von Ursache und Wirkung.

 

Wenn du dann an mir vorüber gehen würdest, während ich mit dem Finger in der Steckdose dastehe und ich würde dich packen, dann wäre der Stromschlag, den du bekommst genauso wenig ein Strafe. Du würdest durch meinen feien Willen und meiner dummen Entscheidung in Mitleidenschaft gezogen. Du als unschuldig Beteiligter würdest aufgrund der Entscheidung eines Anderen verletzt werden. Wieder ein Fall von Ursache und Wirkung.

 

 

Und so läuft das im Leben der Menschen überall auf der Welt. Unschuldige Kinder werden aufgrund einer freien Willensentscheidung der Eltern, oder einer völlig fremden Person getötet. Unschuldige Ehemänner werden aufgrund der freien Entscheidung ihrer Frauen fremdzugehen innerlich zerrissen. Unschuldige Ehefrauen werden zutiefst durch den freien Willen ihrer Männer verletzt, weil diese nicht den Drang nach Pornographie kontrollieren können.

 

Ich verstehe die, welche sagen, dass Pornographie die Sexualität der Paare bereichert, die sich so etwas anschauen. Ich möchte aber hier nicht eine Debatte darüber entfachen, ob das wirklich der Wahrheit entspricht, oder nicht. Was ich aber sagen möchte ist, dass es für viele Frauen nicht o.k. Ist, wenn sich ihrer Männer Pornographie ansehen. Es spielt dabei keine Rolle, dass der Ehemann glaubt, dass Pornographie doch harmlos sei. Wenn seine Frau ein Problem damit hat, dann sollte er es schlicht und einfach nicht tun. Über die moralische Seite dieser Thematik und warum man die Finger davon lassen sollte, möchte ich jetzt ebenfalls nicht sprechen.

 

Als wir noch verheiratet waren fühlte sich Wendy durch verschiedene Dinge verletzt. Dinge wovon ich dachte, dass die harmlos, geradezu lächerlich seien. Ich war genervt, weil es mir manchmal so vor kam als müsste ich wie auf Eiern gehen und auf jedes Wort schrecklich aufpassen, aus Angst etwas zu sagen, dass sie verletzen könnte.

 

Als ich älter wurde und an Lebenserfahrung hinzu gewann, begann ich zu begreifen, dass sie ein Recht darauf hat sie selbst zu sein. Entweder würde ich mich ihr anpassen, oder mich von ihr trennen, bzw. sie sich dazu entscheiden sich von mir zu trennen. Aber ich kann nicht verlangen, dass sie sich meinen Vorstellungen entgegen ihren Gefühlen anpasst.

Unabhängig davon, wie jemand Pornographie moralisch einordnet, das selbe Prinzip trifft zu, wenn wir darüber reden, ob Pornographie einer Ehe schadet, oder nicht. Fakt ist, dass viele Frauen dadurch tief verletzt werden, auch in nichtchristlichen Ehen, wenn sie herausfinden, dass ihr Ehemann Pornographie konsumiert. Du magst darüber denken, wie du willst, aber ich bin davon überzeugt, dass Pornographie die Gefühle anderer zu tiefst verletzen kann, wie auch immer der Grund dafür lauten mag. In diesem Fall muss es der Mann unterlassen diese Dinge anzuschauen. Er muss ganz einfach die Gefühle seiner Frau respektieren, denn er hat ihr ein Versprechen gegeben zu ihr zu stehen.

Er muss aufhören durch seine freie Willensentscheidung Unschuldige zu verletzen.

 

In meinem Fall endete mein Verlangen nach Pornographie und meine Verwicklungen darin in einer Talfahrt meines Lebens, die mich letztlich alles kostete, was mir wertvoll ist. Ich war zu blöd, zu egoistisch, um zu sehen, was im Leben wirklich zählt. Das ist auch bei denjenigen der Fall, die der Pornographie erlauben ihr Leben zu kontrollieren, oder für jene, die sich dazu entschieden haben Pornographie zu produzieren, ohne Rücksicht auf das Leben derer, die mit involviert sind zu nehmen.

 

Ich werde nie den ganzen Schaden wieder gutmachen können, den ich verursacht habe, aber ich durfte bis hierher zumindest einiges davon wieder gutmachen.

 

Wenn du mit Pornographie zu kämpfen hast, dann suche nach Hilfe!

 

Nachtrag von Donny Pauling:

 

Wendy, meine geschiedene Ehefrau und ich sind heute sehr gut miteinander befreundet. Wir waren bereits an der High School ein Paar und 4 Jahre zusammen, bevor wir für 6 Jahre miteinander verheiratet waren. Während 3 dieser 6 Ehejahre produzierte ich hinter ihrem Rücken Pornographie Zunächst nur gelegentlich, später dann in Form einer vollzeitlichen Beschäftigung.

 

Nach unserer Scheidung blieben wir Freunde und konnten eine einzigartige Beziehung aufrecht erhalten. Denn unser Sohn hatte Eltern verdient, die trotz allem zusammenstehen, die miteinander kooperieren, die ihn trotz aller Differenzen lieben und als Eltern gemeinsam ihm gegenüber diese Liebe demonstrieren, wozu auch gehört, dass sie ihre persönlichen Meinungsverschiedenheiten aus seinem Leben so gut es nur geht heraushalten. Dies ist uns gelungen.

 

Wendy hat meine Entschuldigung akzeptiert und sie hat mir vergeben. Sie ist solch eine erstaunliche Frau. Aber Vergebung und jemanden erneut sein ganzes Leben anvertrauen, der einen selbst so schwer verletzt hat, nun das sind zwei völlig verschiedene Dinge.

 

Sie hat manchmal ein Problem damit, wenn ich öffentlich über meine negativen Erfahrungen mit der Pornographie rede. Aber es gibt auch andere Meinungsverschiedenheiten unsere Beziehung betreffend. Da ist noch viel zwischen uns, was aufgearbeitet werden muss.

 

Als sie mich neulich fragte, warum ich während meiner Vorträge nicht viel mehr darüber rede, was uns die Pornographie gekostet hat, fragte ich sie, ob sie eigentlich all das, was ich schreibe liest, oder ob sie sich all meine Vorträge anhört? Nein, sie tut das zugegebenermaßen nicht. Es ist auch so einfach zu verstehen warum, denn eine Menge Themen, die ich anspreche, oder schreibe sind immer noch offene Wunden in Wendy's Leben. Sie hat es definitiv nicht verdient, was ich ihr angetan habe.

 

Donny