Das wirkliche Leben eines männlichen Porno Stars

Das wirkliche Leben eines männlichen Porno Stars

Ich war schon immer jemand, der unbedingt im Mittelpunkt stehen musste. War dies nicht so, fühlte ich mich als Ausgestoßener. Normalerweise ist ja immer entweder das eine, oder das andere Fall. Ein Dazwischen gibt es für Menschen, wie uns nicht. Des Weiteren stellte ich fest, dass es kein Maß an Aufmerksamkeit je für mich gab (mit Ausnahme eines Stalkers, was wiederum zuviel Aufmerksamkeit war), dass mich wirklich zufrieden stellte. Gerade jetzt danach spüre ich jedoch, dass es nicht notwendigerweise Aufmerksamkeit von Menschen war, nach der ich suchte, auch wenn ich das damals leidenschaftlich in dieser Absicht tat.

 

Trotz eines hochqualifizierten Abschlusses an der Universität und einer erfolgreichen Laufbahn als Musiker spürte ich immer, dass es an irgend etwas fehlt. Ich erinnere mich, als ich einmal den roten Teppich zur Grammy Verleihung entlang ging und ich mich dennoch niedergeschlagen und enttäuscht fühlte, weil die Kameras auf berühmtere Künstler neben mir wie, Christina Aguilera, Slipknot, oder andere Personen in meiner unmittelbarer Nähe gerichtet waren. Es ist für solche, die in der Pornoindustrie festhängen nicht einfach ein normales Dankbarkeitsgefühl zu entwickeln. Wenn ich im Internet eine Music CD veröffentliche, bekommen ich vielleicht ein paar wenige Hits. Wenn ich mich jedoch vor einer Webcam im Internet ausziehe, erhalte ich eine Resonanz von 7000 Hits in wenigen Stunden. Das ist Aufmerksamkeit, wenn auch von Menschen, die mindestens genauso krank waren, wie ich selbst war. Aber sogar hierbei fühlte ich mich noch deprimiert, wenn ich merkte, dass ein anderer neben mir anstatt meiner 7000 Zugriffe 50.000 Hits erhielt.

 

Ich kam bereits sehr früh mit Pornografie in Kontakt, ich war gerade erst 4, oder 5 Jahre alt. Ich schloss mich mit meinen Freunden zusammen auf der Toilette ein und wir schauten heimlich den Playboy. Es war einfach nur zum Spaß und nichts ernstes. Ungemerkt wurden Pornostars neben den Musikstars die Helden meiner Kindheit. Schon in jungen Jahren war die Pornografie zusammen mit dem zwanghaften Drang zur Masturbation zur massiven Sucht geworden.

 

Natürlich war alles zunächst etwas Aufregendes, aber wie viele nur allzu gut wissen, wandelte sich die sexuelle Sucht recht bald von der aufregenden Betätigung hin zur bloßen zwanghaften Handlung. Ich arbeitete sogar einmal für nur kurze Zeit in einem Strip Club, mit der Aufgabe zusammen mir anderen Strippern hinter einer Scheibe vor den Kunden zu masturbieren, wenn dies von Gästen gewünscht würde. Glücklicherweise kam es nie dazu!

 

Als ich dann älter wurde gelang es mir mich mehr und mehr im Musikgeschäft zu etablieren. Ich begann berühmte Pornostars über das Internet zu kontaktieren und schrieb Songs für ihre Homepages, oder für sie persönlich, einfach nur um ihnen zu schmeicheln. Ein paar aufgeschlossene Mädchen waren besonders freundlich und eine von ihnen brachte mich schließlich in Kontakt mit dem damals führenden Regisseur der Szene. Ironischerweise ist dieser Mann heute einer meiner engsten Freunde, der mich selbst darum gebeten hat ihm beim Ausstieg aus der Pornoindustrie behilflich zu sein.

 

Ich begann Musik für die einschlägigen Filme zu schreiben. Jedoch trieb mich mein starker Hang zur Masturbation und Pornografie, sowie das wenig befriedigende Schreiben von Musik tiefer und tiefer in die Szene und ich betätigte mich in den verschiedensten Bereichen zunehmend auch persönlich. Dies brachte mir die vermeintliche Beachtung und Anerkennung, wonach ich suchte. Hierzu zählten die Nomination für den AVN Award, die Umgebung von attraktiven jungen Damen, sowie die ständigen Präsens im führenden Pornomagazin. Aber warum war ich dennoch depressiv und so niedergebeugt?

 

Offensichtlich war ich jetzt noch viel unzufriedenerer, als vor meinem Einstieg in die Porno- und Entertainmentbranche. Das Geld, was ich verdiente floss in Drogen und Alkohol, womit ich versuchte meine Krisen zu stabilisieren.

 

Egal, was dir jemand über das vermeintlich Erstrebenswerte in der Pornoindustrie versucht zu erzählen, alles was dort deinem gesunden Menschenverstand und Charakter entgegensteht, führt dein Selbstwertgefühl nur noch tiefer nach unten.

Aber jetzt an diesem Punkt war ich so tief in der Sucht, dass es für mich unmöglich war aufzuhören. Ich suchte nach Vorwänden wie, dass meine Popularität mir helfen würde im Musikgeschäft weiter voranzukommen, oder, dass ich nicht gut genug für etwas anderes bin. Ich war ernsthaft krank an Seele und Geist, was mir aber erst später bewusst wurde.

 

Ich habe mehrmals versucht aufzuhören und die Pornoindustrie zu verlassen. Ich bekam sogar bei einem dieser Versuche eine gute Anstellung als leitender Analyst, wobei ich sehr gut verdiente. Jedoch gab ich auch hier alles für Alkohol und Drogen aus. Ich verbrachte Stunden mit Masturbation zu Pornografie. Ich war einsam, abgeschnitten von der Außenwelt, reizbar und wurde je mehr Zeit verging immer egoistischer und unehrlicher. Nach nur wenigen Monaten floh ich zurück nach LA und begann erneut in Pornofilmen mitzuwirken. Wo waren nur meine schlimmen Erinnerungen über das früher Erlebte geblieben? Dachte ich, jetzt würde es mir besser ergehen als damals? Viele Freunde, die ich aus der Branche kannte hatten Selbstmord begannen, oder sich in Drogen und Alkohol gestürzt.

 

Der Drang nach Aufmerksamkeit und Ruhm war aber so schlimm, dass ich meine gute Anstellung wegwarf und wieder ein Leben in Armut in einer gefährlichen Gegend führte, wo ich mir ein Apartment mit einem Freund und Kollegen aus der Branche teilte, dessen Pornokarriere sich gerade im Sturzflug befand. Auch er versuchte den verlorengegangenen ''Ruhm'' mit Drogen wie, Crystal zu kompensieren. Jeden Tag waren wir auf der Flucht vor Crack Dealern, Zuhältern und Gang Mitgliedern und liefen um unser Leben. Ein Leben weit weg von meiner Anstellung als Analyst, oder Musiker. Aber ich tat jetzt, was ich zwanghaft tun musste, denn ich war süchtig nach einem Leben in der Pornografiebranche.

 

Dann gelang es mir ein weiteres mal mit meinem Leben davonzukommen. Ich erholte mich von der Drogen- und Alkoholsucht, aber war nicht fähig mich von der Pornografie zu trennen. Ich zerstörte Beziehungen, entfache Eifersucht und war letztendlich nicht mehr in der Lage mich selbst im Spiegel anzuschauen. All das, weil ich mich nicht von der Pornografie zu trennen vermochte. Weder von der aktiven Teilnahme an Filmen, noch vom bloßen Schauen dieser Filme.

 

Ich wusste ich brauchte Hilfe. Mehrfach nahm ich an 12 Schritte Programmen teil, aber war nicht fähig länger als 3 Monate in ''sexueller Reinheit'' zu leben. Schlussendlich führte mich die Suche im Internet auf Shelly Lubbens Seite. Ich hatte noch nie jemanden getroffen, der sich erfolgreich aus der Pornografiebranche zurückgezogen hatte und "gesund" wurde. Bis zu diesem Tag traf ich immer nur Leute die sich zwar für eine gewisse Zeit vom Drehen von Filmen, oder dem Tanzen in Clubs fernhalten konnten, jedoch danach immer wieder zurückgefallen sind.

 

Ich weiß nicht genau wie viel Zeit vergangen ist, seit ich frei geworden bin. Vielleicht nicht allzu viel. Was ich aber weiß ist, dass dank meiner Freundin Shelly und anderer großartiger Menschen, die auch Heilung erfahren haben, wir Tag für Tag in der Lage sind frei zu bleiben. Ja, im Vertrauen auf Gott! Ich werde alles tun um frei zu bleiben. Denn es gibt nichts wichtigeres für mich, als die Freiheit von der Pornografie.

 

VJ Soprano